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Witty-Jugendförderpreis: Sieger-App auf dem Weg zur Marktreife

Freitag 21. Dezember 2018

Im Sommer erhielten die Hochschule Augsburg, die Fachklinik Josefinum und die Selbsthilfegruppe Autismus Augsburg den Witty-Jugendförderpreis für ihr Gemeinschaftsprojekt “Autark”. Mit dem Preisgeld wurde eine App für Autisten entwickelt, die nun im Josefinum getestet wird, eh sie auf den Markt kommt.

Das Entwicklerteam um Dr. Alexandra Teynor, Professorin für Software-Engineering an der Hochschule Augsburg, trifft sich regelmäßig auf dem Campusgelände am Roten Tor. Drei Studenten programmieren eine neue Anwendung (Applikation, kurz App) für Handys. Sie soll Autisten, die normal- und auch hochbegabt sein können, aber so einfach Dinge wie das tägliche Zähneputzen immer wieder vergessen, selbstständiger machen. Daher der Projektname “Autark”.

Zu bestimmten Uhrzeiten erhalten die Kinder und Jugendlichen Nachrichten mit Symbolen und Anweisungen auf ihr Smartphone, die sie an spezielle Aufgaben erinnern. Hilfe zur Selbsthilfe, die Autisten in ihrer Selbstständigkeit unterstützt und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nutzt.

Allein in Augsburg leben rund 3.000 Personen (laut Statistik 1% der Bevölkerung) an dieser Entwicklungsstörung. Mit großem Interesse wird die App für Autisten, die im ganzen deutschsprachigen Raum eingesetzt werden könnte, verfolgt. “Der Witty-Jugendförderpreis hat bei der Entwicklung bis hin zur Marktreife ein wichtigen Beitrag geleistet”, sagt Prof. Dr. Alexandra Teynor, die das Innovationslabor der Hochschule Augsburg leitet.

Im Dezember haben Eltern der Selbsthilfegruppe Autismus Augsburg die App getestet. Kommen sie damit zurecht? Lässt sie sich den Bedürfnissen ihrer Kinder leicht anpassen? Sollen die Nachrichten auf dem Smartphone wie zum Beispiel “Heute schon Zähne geputzt?” oder “Schulranzen packen” nur mit Text oder auch mit Bildern hinterlegt werden? Die Ergebnisse des Tests flossen in die Aufbereitung der App mit ein.

Im neuen Jahr wird erstmals eine Gruppe autistischer Kinder und Jugendlicher, die im Josefinum stationär betreut wird, die App im Alltag verwenden. Die Ergebnisse werden dem Entwicklerteam weitere Hinweise liefern, ob und wie das Programm noch verfeinert werden könnte. Im Frühjahr könnte sie dann bereits zur allgemeinen Benutzung zur Verfügung stehen - was sich aus einer Idee betroffener Eltern und einer studentischen Projektarbeit alles ergeben kann.

“Es haben schon viele tolle Initiativen den Witty-Jugendförderpreis erhalten. Das aktuelle Siegerprojekt “Autark” könnte sich zum Preisträger mit der größten Breitenwirkung und mit dem größten Nutzen entwickeln”, freut sich Geschäftsführer Dr. Hubert Witty, dessen Firma den Preis bereits zum elften Mal vergab. Auch 2019 wird wieder der mit 10.000 € dotierte Witty-Jugendförderpreis ausgeschrieben (Ausschreibung folgt im Frühjahr).

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