Experten betonen: Schwimmen ist unbedenklich

Donnerstag 29. Oktober 2020

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung weitreichende Einschränkungen beschlossen. So müssen Schwimmbäder den ganzen November geschlossen bleiben. Dabei halten Wissenschaftler eine Ansteckung im Schwimmbad für nahezu ausgeschlossen.

Das SARS-CoV-2-Virus mag weder Hitze noch hohe Luftfeuchtigkeit. Darum sind im Sommer die Ansteckungszahlen für Corona so rapide gesunken. In Schwimmbädern herrschen auch jetzt in der kalten Jahreszeit weiterhin diese günstigen Bedingungen. Was kann da eine Bäderschließung bewirken?

Dr. Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin beim Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention (ZHI) in Ingelheim (Rheinland-Pfalz), führte gegenüber dem Fernsehsender SWR noch ein weiteres Argument für die Unbedenklichkeit eines Badebesuchs an: die desinfizierende Wirkung des Chlors. „Die Corona-Viren haben eine Hülle und die wird durch das Chlor zerstört und stirbt ab.“ Hinzu komme der immense Verdünnungseffekt in einem Schwimmbecken.

So hat Dr. Arno Sorger, der mit seiner Firma W.H.U. GmbH aus St. Johann im Pongau (Österreich) jährlich tausende von Wasserproben analysiert, berechnet, dass selbst bei einer hohen Speichelkonzentration im Beckenwasser eine Corona-Infektion praktisch ausgeschlossen sei.

Diese Einschätzung teilt auch das Umweltbundesamt in einer Stellungnahme: „Die Morphologie und chemische Struktur von SARS-CoV-2 ist anderen Coronaviren sehr ähnlich, bei denen in Untersuchungen gezeigt wurde, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt.“ Schwimm- und Badebeckenwasser sei gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt.

Prof. Dr. Walter Popp, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich würde fast unterstellen, dass jemand, der jeden Tag ins Hallenbad geht, einen gewissen Schutz gegen eine Coronaviren-Infektion hat.“ So lautete sein Fazit nach einem Schwimmbad-Experiment des TV-Senders RTL.

Mit dem Rauch von E-Zigaretten wurde in dem Beitrag die Verteilung der Miniteilchen beim Atmen, Duschen, Schwimmen und in der Sauna sichtbar gemacht. Hierbei zeigte sich deutlich, dass durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Aerolsole schnell zu Boden sinken. Eine Ansteckung bei Einhaltung der üblichen Abstände ist sehr unwahrscheinlich, so die Experten. Doch die wissenschaftlichen Erkenntnisse verhallten.

Nach dem Frühjahr müssen die Bäder nun ein zweites Mal schließen. Damals schoben Mitarbeiter der Firma Witty aus Dinkelscherben (Bayern), Partner für Schwimmbadhygiene, Sonderschichten, um den Badbetreibern auf die Corona-Pandemie abgestimmte Hygienepläne zu erstellen. Sie ermöglichten in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern die schnelle Wiederöffnung im Frühsommer.

Diese Pläne bestanden den Praxistest. „Mir ist kein Fall bekannt, wo ein Hotel- oder Schwimmbad sich als Corona-Hotspot erwiesen hätte“, sagte Geschäftsführer David Witty. Umso größer seine Sorge, dass die Bäderbranche ohne trifftige Gründe erneut einen schweren wirtschaftlichen Rückschag erleidet.


TIPP: Hygienekonzept gratis herunterladen unter www.schwimmbad.hygienekonzepte.de.

 

zurück zur Übersicht